Schnecken - ein unterrichtsbegleitendes Projekt

Liebe Gäste,
im November 2009 brachte Frau Hanft für unsere Schmetterlingsklasse eine Überraschung mit:

Ein Terrarium mit 21 Hainbänderschnecken.

Hier sind sie schon mal alle auf einem Haufen, unsere Helden. Von oben links nach unten rechts:

Brunelli, Lolli, Cremolino, Berta,
Wiwux, Twinni, Luxana, Locke,
Fein Gurky, Rotolli, Spirelli,
Lotte, Haribo, Ringo,
Twenni, darunter Mooria, Mini,
Speedy, Raffgieri, Curly

Mehrere Wochen lang kümmerten wir uns um die Schnecken. Für die ganze Zeit bekamen wir den Auftrag, die Schnecken sehr aufmerksam zu betrachten und unsere Beobachtungen und Fragen aufzuschreiben. Dafür brachte Frau Hanft Forscherhefte für uns mit.

Wir lernten, die Körperteile einer Schnecke zu benennen. Wer es ganz genau wissen will, kann im Internet nachschauen:

http://www.weichtiere.at/.../koerperbau.html

Jeder von uns hatte eine „eigene“ Schnecke. Da jede Schnecke einen Namen hatte, und Frau Hanft ein großes Plakat mit Bildern und Namen der Schnecken gebastelt hatte, konnten wir lernen, unsere Schnecken an den Farben und Mustern ihrer Gehäuse und Körper zu erkennen.

Zwei der rötlichen Gehäuse gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und deshalb hießen diese beiden Schnecken Twinni und Twenni, weil „twin“ auf englisch „Zwilling“ heißt.

Auch die anderen Schnecken haben Namen bekommen, die zu ihnen passten. Z.B. Haribo heißt z.B. so, weil sie den breitesten dunklen Streifen hat, fast so schwarz wie die Lakritzschnecke. Oder Raffgieri heißt so, weil sie ihren „Hals“ so lang wie die Giraffe machte um gierig an einem Stück Gurke zu knabbern.

Dienstags in unseren Schneckenstunden haben wir kleine Versuche mit den Schnecken durchgeführt und so z.B. herausgefunden, dass eine Schnecke auf einer Schleimschicht vorwärts gleitet und dass die Schleimschicht sie schützt, z.B. vor zu trockenem Untergrund oder scharfen Kanten.

Wir haben unsere Schnecken auch über eine Glasscheibe kriechen lassen um von unten zu schauen, wie sie vorwärts kriecht. Die Schnecken bewegten ihre Muskeln in der Kriechsohle so, dass es aussah, als würden dunkle Wellen von vorne nach hinten durch den Körper wandern.

Klickt auf den Link, dort gibt es ein Bild von einer kriechenden Weinbergschnecke, da kann man gut sehen, was gemeint ist:

http://www.weichtiere.at/Schnecken/morphologie/koerperbau.html

Als Frau Hanft die Schnecken mitbrachte, erzählte sie uns, dass wenige Tage zuvor die Schnecke Cremolino Eier in ein selbstgeschobenes Loch in die Terrarienerde gelegt hatte. Natürlich hatten wir das längst vergessen, als wir eines Montags überrascht feststellen mussten, dass übers Wochenende viele winzige Schnecken ausgeschlüpft waren.

 

 

Hier sind die Schneckeneltern Cremolino und Spirelli. Wenn eine Schnecke so richtig "verliebt" ist, dann schießt sie einen Liebespfeil aus Kalk auf ihre Partnerschnecke ab. Interessant ist die Tatsache, dass jede Schnecke zugleich männlich und weiblich ist. Man nennt das "Zwitter".

Als die vielen Schneckenbabys da waren, wurde schnell klar: das Terrarium ist nicht mehr groß genug!

Als die Weihnachtsferien begannen, nahm Frau Hanft die Schnecken wieder mit nach Hause und kaufte ein viel größeres Terrarium, denn für eine möglichst artgerechte Haltung ist es wichtig, dass die Schnecken genug Platz haben.

Wer selber Schnecken halten will, muss genau wissen, was Schnecken brauchen, um sich wohlfühlen zu können. Im Internet findet man alle wichtigen Informationen und auch Kontakte zu Schneckenfreunden, die man alles zum Thema Schnecken fragen kann, wenn man sich im Forum registrieren lässt:

http://www.schnecken-forum.de/phpBB3/


Täglich haben wir mit der Sprühflasche genug Feuchtigkeit ins Terrarium gebracht. Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit um Schleim zu bilden und für ihre Körper, die nicht austrocknen dürfen.

Sehr wichtig ist, dass den Schnecken Sepiaschale angeboten wird. Das ist ein Kalkstück, an dem sie mit ihren vielen Zähnen raspeln. Die Schnecken fressen den Kalk und nutzen ihn von innen heraus, um ihre Häuser zu bauen oder zu verstärken. Sie können sogar kleine Risse und Beschädigungen des Gehäuses reparieren.

Auf den Bildern von Haribo kann man besonders deutlich sehen, dass die Schnecken, seit sie im Terrarium leben, sehr gewachsen sind und ihre Häuser stabil geworden sind: Ihnen stand mehr Kalk zur Verfügung, als an dem Ort, an dem Frau Hanft die Schnecken im Herbst eingesammelt hat.

Die Schnecke Haribo

Die Schnecken sind auch in der Farbe prächtiger geworden. Es ist eine Freude, sie anzuschauen! Wir haben beobachten können, dass Schnecken ihre Häuser sogar richtig putzen! Dafür hängen sie sich mit dem hinteren Ende ihres Fußes, so heißt der Schneckenkörper nämlich, an den Grund, auf dem sie sitzen. Vorne recken sie sich, so dass sie mit ihrem Mund gut an alle Stellen ihres Gehäuses herankommen.

Dann weiden sie das Haus ab: Mit ihren vielen Zähnen, die auf ihrer Zunge wachsen, kratzen sie alles, was nicht aufs Haus gehört herunter. Das Raspeln der Zähne kann man hören, es klingt wie ein feines Ratschen. Wenn die Schnecke mit dem Hausputz fertig ist, glänzt das Gehäuse, als hätte man es mit Fett eingerieben.

Wir könnten noch tausend interessante Dinge darüber erzählen, was man bei den Hainbänderschnecken beobachten kann, z.B., dass Schnecken sehr gesellig und auch immer wieder sehr verliebt sind. Doch liebe Leser, lasst Euch sagen: Noch viel interessanter als nur unsere Berichte zu lesen ist es, es selber zu erleben!

Es war schön, die Schnecken in unserem Klassenzimmer zu haben und bald, wenn es draußen nicht mehr friert, bringt Frau Hanft die Schnecken auch noch einmal für uns mit. Dann können wir noch ein wenig weiterforschen. Wir können Schnecken für den Unterricht empfehlen. Es sind ganz tolle Tiere!